Schreiben, Lesen, Forschen?
Zwei Stunden lang saß ich nun an einem Text. Mein Ziel ist es, meine Schreibe zu verbessern, besser im Ausdruck zu werden.
Ich schreibe schon immer. Es gibt keine Zeit, in der ich nicht etwas geschrieben habe. Aber die Art meiner Schreibe war lange Zeit von der Arbeit geprägt, wo Bilder wichtiger sind, als Prosa.
Ich versuche, keine Mails zu schreiben. Die Diskussion via Mail, allgemein die schriftliche Diskussion, geht viel zu schnell den Bach runter. Und ich habe nicht so viel Zeit, wie andere, mich durch seitenweise schlecht geschriebene Prosa, meist Geschwafel, zu wühlen. In der IT ist niemand ein Bestseller-Autor.
Ich will es besser machen. Pro Tag schreibe ich ein Essay und lese Essays mit unterschiedlichen Themenbezügen, um auch mehr Wortverständnisse zu entwickeln. Es ist viel Arbeit und der Kopf raucht viel zu schnell. Die Erfahrung ist jedoch wertvoll, zu merken, dass in mir drin was passiert, sich verändert.
Bei den Essaythemen habe ich unterschiedlichen Erfolg. Ich kann nicht alles mit Distanz lesen und noch weniger kann ich darüber schreiben. Einiges, was von Peter Thiel kam, fand ich widerlich. Ich habe ein Problem damit, meine Abwehr zu kontrollieren, wenn ich Texte lese, die für mich dumm sind. Über den Wert des Menschen verhandle ich nicht. Texte, in denen „der Mann als Wurzel des Bösen“ betitelt wird, sind mir auch zuwider. Viele Texte landen schnell in der langweiligen „Wir oder die“-Rhetorik.
Manche Texte sind spannender, und ich versuche, an diesen spannenden Texten dran zu bleiben. Mein aktueller Forschungstext ist „Das Ende der Geschichte“ von Fukuyama, geschrieben 1989. Der Text vermittelt ein Gesellschafts- und Politikbild von vor 30 Jahren und es hat sich sehr viel in diesen Jahren verändert. Gefühlt war das gesellschaftliche Bild von vor 30 Jahren besser, oder, pessimistisch ausgedrückt, anderes mies.
Eine Bewertung will ich nicht abgeben – eher ein Stimmungsbild. Der Text ist 500 Seiten lang und ich stehe noch am Anfang. Vieles muss ich mir noch anschaffen, um den Text zu verstehen. Die Zusammenhänge sind für mich grob da, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin.
Auf jeden Fall ist es eine spannende Sache.