Bald geht es los

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Studienbeginn. Die Ungeduld wird bald ein Ende haben.

In den letzten zwei Monaten bereitete ich mich vor. Und das mit Erfolg: Meine Furcht vor Goethe ist überwunden, mit dem Beowulf las ich eine “Ur-Geschichte“ und ich kämpfe mich durch die verklausulierten Texte von Judith Butler. Ausarbeitungen aus der "Einführung in die Kulturwissenschaften" von den Nünnings habe ich hier. Ich studiere bereits, aber es ist gerade ein Laienstudium: Lesen, Durcharbeiten und alles ohne roten Faden und Kritik von anderen.

Ich lese gerade Dune 2, Messiah oder "Der Herr des Wüstenplaneten", wie es auf Deutsch heißt. Den ersten Dune habe ich vor einem Jahr verschlungen; es war das zweite Mal, dass ich dieses Buch las.

Mich holt die Idee ab, dass die Menschen sich nicht von der Technik abhängig machen sollten, sondern auf sich und ihre Ausbildung vertrauen sollten. Dune spitzt es zu: Mentaten sind menschliche Computer, weil sie immer noch Menschen sind – die Computer haben die Menschen vernichten wollen.

„Du sollst keine Maschine im Gleichnis eines menschlichen Geistes erschaffen.“ - Frank Herbert – Dune (1965)

Müssen wir uns darauf vorbereiten, dass die "K.I." die Herrschaft übernimmt? Diese Frage stellen sich einige Menschen auf Youtube. Und sie bejahen ihre Untergangsszenarien. Dabei geht es nicht darum, dass die "KI" die Künstler arbeitslos machen wird, sondern darum, den schwarzeneggerischen Terminator in der Realität nachzuspielen.

Das ist natürlich Quatsch, aber auch verständlich. Das, was gerade passiert, ist nicht greifbar. Aber von der Technologie geht keine Gefahr aus – unser Umgang damit ist gefährlich.

Wir "biologischen Computer", ganz nach Dune, haben uns nicht weiterentwickelt. Technologie kann uns vorgaukeln, dass die Realität einfach ist. Das gefällt unserem Gehirn, und dabei merken wir nicht, dass wir beginnen, die anderen zu entmenschlichen.

Damit die Realität einfach sein kann, wollen wir über das "Leben der Anderen" bestimmen, sei es in einem Konzern, wo nicht über das "WAS" nachgedacht, sondern über das "WIE" von denen bestimmt wird, die es nicht tun, oder in der Gesellschaft, die von Rechts und Links schnell politisiert wird und in der Firmen alles daran setzen, uns von der Technologie abhängig zu machen.

In den Literaturgeschichten finden wir das, was die Technologie niemals zu leisten in der Lage ist. Aktives Denken: Experimente machen, Überzeugungen durchspielen und an Herausforderungen wachsen. Der Prof hat es treffend formuliert: "Die K.I. liest nicht."

Und hier beginnt das Denken. Was heißt Lesen? Meiner Erfahrung nach bedeutet Lesen nicht unbedingt Verstehen, sondern Akzeptieren. Ob im täglichen Meeting oder im politischen Diskurs – am Ende ist man Handlanger, Mitläufer.

Im universitären Kontext geht es ums Verstehen. Was können wir mit dem Text tun? Wo kommt die Grundidee her? Was können wir mit der Idee im Heute anstellen?

Ich freue mich auf das Studium.